Mein letzter Beitrag und Schluß !

Ein Kapitel schließt sich: Rückblick auf 7 Jahre Eisvogel-Schutz im Paderquellgebiet

Seit 2019 begleiten mich dieses Blog und die gezielte Führung von Fotografen im Paderquellgebiet. Mein Ziel war von Tag eins an klar definiert: Schutz durch Präsenz und aktive Besucherlenkung. Ich wollte verhindern, dass sensible Biotope und Brutgebiete zerstört werden, indem ich Interessierten einen verantwortungsvollen Weg zu den Tieren zeige.

Das Jahr 2026 markiert nun den Abschluss meiner aktiven Eisvogel-Führungen. Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen.

Pionierarbeit und Fakten: Die Ansitzhilfen

Gelegentlich wird behauptet, die Installation von Ansitzästen sei alleinige Initiative der Stadt gewesen. Die Fakten sprechen eine andere Sprache: Während die Stadt Paderborn im Jahr 2022 aktiv wurde, habe ich bereits am 05.12.2020 – mit offizieller Genehmigung der Stadt – die ersten Ansitzhilfen installiert, um den Tieren nach Zerstörungen im Habitat wieder feste Anlaufpunkte zu bieten.

Zwischen Ästhetik und Erkenntnis

In all den Jahren ging es mir nie nur um das „perfekte Foto“. Während sich die Mehrheit lediglich an den leuchtenden Farben des Gefieders erfreut – die physikalisch betrachtet gar keine echten Pigmentfarben sind, sondern durch komplexe Federstrukturen gebrochenes Licht – galt mein Interesse der Forschung im Detail.

Ich konnte dokumentieren, dass die Muster der Schmuckfedern auf den Armdecken so einzigartig wie ein menschlicher Fingerabdruck sind. Auch die Asymmetrie der Krone ist ein individuelles Merkmal, das es erlaubt, die Tiere wirklich als „Persönlichkeiten“ kennenzulernen.

Licht und Schatten der Gemeinschaft

Der Rückblick auf die menschliche Komponente fällt gemischt aus: Ich habe wunderbare Menschen getroffen, die den Kodex der Naturfotografie respektieren. Leider steht dem eine Mentalität gegenüber, die nur auf den schnellen Erfolg aus ist. Dass mein Einsatz von einigen wenigen sogar als „Geltungsbedürfnis“ oder als "Streicheln des Egos" missinterpretiert wurde, zeigt die Entfremdung mancher Akteure von der eigentlichen Sache.

Erfolge für die Natur und Ausblick

Ich bedanke mich bei den staatlichen Institutionen für das Vertrauen. Ich ziehe mich nun aus dem öffentlichen Fokus zurück, bleibe der Sache aber unter der Oberfläche treu. Meinen Partnern in den Behörden werde ich auch weiterhin beratend zur Seite stehen und strecke meine Hand aus.

Mein Fokus verlagert sich ab sofort vollständig auf die Forschung zu den Fledermauspopulationen. Hier kann ich meine technische Expertise (u.a. mit dem NEXUS-Projekt) und meine Leidenschaft für den Artenschutz auf einer neuen Ebene bündeln.


 Dieses Foto vom 5. Dezember 2020 belegt die frühzeitige Initiative zur Habitatsicherung an der Dielenpader. Lange bevor offizielle Stellen tätig wurden, wurden hier bereits in Abstimmung mit der Stadt gezielte Ansitzhilfen installiert, um dem Eisvogel nach Habitatverlusten neue Jagdmöglichkeiten zu bieten.

Die Draufsicht auf die Kopfzeichnung offenbart die asymmetrische Anordnung der blauen Schmuckfedern. Was für den flüchtigen Betrachter nur ein Farbmuster ist, dient bei genauer Analyse der Unterscheidung einzelner Individuen.

Die farbigen Markierungen kennzeichnen spezifische Federgruppen auf den Armdecken. Meine langjährige Beobachtung zeigt, dass diese Punktmuster bei jedem Tier einzigartig sind – vergleichbar mit einem menschlichen Fingerabdruck.


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